Whisky - Das flüssige Gold

Whisky ist längst nicht mehr „nur“ ein Getränk. Im Gälischen wird Whisky als Wasser des Lebens bezeichnet - doch auch bei uns in Österreich erfährt Whisky eine immer größer werdende Begeisterung. Früher kannte man nur schottischen und irischen Whisky. Heute wird in unzähligen Ländern, fast auf jedem Kontinent, Whisky hergestellt. Fun Fact: Indien ist der größte Whiskyproduzent der Welt. Kenner haben das vielleicht schon gewusst, für Einsteiger ist das sicher eine Überraschung, hört man doch immer von schottischem Scotch Whisky und Co.

Gesetzliche Definition

Innerhalb der EU muss Whisky folgende Kriterien erfüllen:

  • Whisky muss durch das Destillieren von Getreidemalzmaische gewonnen werden
  • Whisky muss zu einem Alkoholgehalt von weniger als 94,8% destilliert werden
  • Whisky muss mindestens 3 Jahre lang in Holzfässern, mit 700 Litern oder weniger Fassungsvermögen reifen
  • Whisky muss mindestens 40% Alkoholgehalt aufweisen

 

Die Geschichte des Whiskys

Im 5. Jahrhundert brachten christliche Mönche technische Geräte und vor allem das Wissen über die Herstellung von Medikamenten und Parfüm mit nach Schottland und Irland. Man weiß bis heute nicht, ob Whisky in Irland oder Schottland erfunden wurde. Im 15. Jahrhundert liegen die ersten Nachweise urkundlicher Steuerunterlagen, die den Kauf von 62 Kilogramm Malz bestätigten. Damit konnten runden 400 Flaschen Whisky hergestellt werden. In dieser Zeit entstanden unzählige private Destillerien - die meisten wurden tatsächlich für den Eigengebrauch konzipiert.

Heute gehört Whisky zu den beliebtesten Spirituosen der Welt und begeistert Fans auf der ganzen Welt. Durch die Vielzahl an Destillerien, die in der ganzen Welt verteilt sind, kann man sich auch sicher sein, dass es immer neue Whiskys geben wird und man nie an ein Ende des Whisky-Probierens kommt.

Die Zutaten

Getreide und Wasser - Mehr braucht es nicht, um Whisky herzustellen. Gut, eine weitere Zutaten wird natürlich auch noch verwendet: Hefe. Mit diesen drei Zutaten kann man so ein herrliches Getränk schaffen.

Die Herstellung

Die Herstellung von Whisky kann in die folgenden Schritte eingeteilt werden: 

Mälzen

Nachdem das Getreide geerntet wurde, muss es gemälzt werden. Das Getreide wird dafür auf Mälzböden aus Stein oder Beton gelegt und befeuchtet. Nun muss es regelmäßig gewendet werden und durch den Einfluss von Wärme wird es zum Keimen gebracht. Das Resultat ist das sogenannte Grünmalz. Die in Getreide enthaltene Stärke wird dabei in Malzzucker umgewandelt und das entstandene Grünmalz wird dann gedarrt. Durch das darren (erhitzen) wird die Keimung gestoppt und das Malz getrocknet. Häufig wird das Darren mit Torf gemacht und dabei entsteht auch der typische Rauch, den man bei vielen Whiskys im Geschmack hat.

Maischen

Vor dem Maischen wird das Getreide noch von den Keimlingen befreit, gemahlen und danach mit heißem Wasser vermengt. Beim Maischen entstehen mehrere Zuckerarten und das Ziel ist es, all diesen Zucker zu extrahieren. Der entstandene Zucker wird gesammelt.

Gären

Die entstandene, klebrige und süße Flüssigkeit wird in den Gärtank gefüllt, wo sie mit Hefe vermengt wird und der Zucker zu Alkohol und CO2 vergärt.

Brennen (Destillieren)

Nach der Gärung im Gärtank kommt es zur Destillation im Brennapparat. Unter starker Hitze wird der Alkoholgehalt erhöht und ein Großteil des Wassers entfernt. Der Rohbrand hat anschließend knapp 20% Alkoholgehalt. In einer zweiten Kupfer-Brennblase wird der Destillationsprozess wiederholt - hierbei werden auch sämtliche Nebenstoffe, die nicht in den Whisky gehören, herausgefiltert. Je nach Destillerie werden noch weitere Destillationsschritte hinzugefügt oder eben nicht.

Lagerung

Die Fasslagerung ist einer der wichtigsten Schritte im gesamten Herstellungsprozess, da das verwendete Fass einen maßgeblichen Anteil am Geschmack des Endproduktes hat. Meist werden bereits verwendete Fässer verwendet, da diese eine besondere Vielfalt an Aromen in sich tragen. So kann Whisky in Bourbonfässern, Sherryfässern, Portweinfässern, Weinfässern, Bierfässern und noch weiteren Fässern reifen. Nach 3 Jahren Lagerung ist es offiziell ein Whisky und könnte ab sofort jederzeit abgefüllt werden. Je länger der Whisky jedoch im Fass reift, desto tiefer, komplexer und weicher wird er im Geschmack.

Arten von Whisky

Malt Whisky und Single Malt Whisky

Malt Whisky besteht ausschließlich aus gemälzter Gerste. Single Malt Whisky darf zusätzlich nur aus einer einzigen Destillerie stammen.

Grain Whisky und Single Grain Whisky

Grain Whisky besteht entweder aus ungemälzter Gerste, Hafer, Roggen oder Mais. Diese werden vorrangig für Blended Whiskys verwendet. Vereinzelt findet man jedoch auch als Single Grain Whiskys, die wie Single Malt Whisky nur aus einer einzigen Destillerie stammen dürfen.

Blended Whisky

Blended Whiskys (oder Blends) bestehen aus Destillaten mehrerer Destillerien. Es gibt Blends, die bis zu 50 Destillate beinhalten. Früher wurde häufig behauptet, dass Blended Whiskys minderwertiger als Single Malts sind, aber es gibt tatsächlich sehr hochwertige und einzigartige Blends.

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