Andreas Trattner über Glenfiddich

Schon bei meiner ersten Reise nach Schottland haben mich der Charme, die Landschaft und die unglaubliche Gastfreundschaft des Landes und seiner Menschen sehr beeindruckt. Ich erinnere mich an eine Zugfahrt von Edinburgh nach London, vorbei an unendlich scheinenden purpurrosa leuchtenden Heidekraut Feldern, die in voller Blüte standen und sich über die Hügel erstreckten. Das alles zusammen vermittelt eine Ruhe und Gelassenheit, welche ein willkommener Kontrast zum hektischen Leben in einer Großstadt sind. Das hat mich verstehen lassen, warum dieses Land so eine große Anziehungskraft hat.

Heidekraut Feld in Schottland
Heidekraut-Feld in Schottland

 

Reise nach Schottland

Mittlerweile bin ich seit 2 Jahren bei Top Spirit für die Marken von William Grant & Sons, zu denen neben Glenfiddich auch The Balvenie oder Monkey Shoulder zählen, mitverantwortlich und darf mein Wissen und meine Leidenschaft mit Whiskyliebhabern teilen und hoffe noch viele dazu zu inspirieren.

Gleich zu Beginn meiner Tätigkeit bei Top Spirit durfte ich Glenfiddich zum ersten Mal besuchen. Nach einer ca. einstündigen Fahrt von Aberdeen nach Dufftown, dem Herz von Speyside, stellte sich sofort wieder diese Ruhe und Gelassenheit ein, die mich schon beim meiner ersten Reise nach Schottland so fasziniert hat.

Man kann sagen das Speyside das Zentrum der Scotch Whiskys ist. Die Region ist die Heimat von mehr als 50 Single Malt Scotch Brennereien, die zusammen mehr als 50% der gesamten Menge an schottischem Whisky produzieren. Dennoch wird jedem, der zum ersten Mal nach Speyside reist, sofort klar, dass trotz allem alles sehr naturbelassen, familiär und ländlich ist.

Über Glenfiddich

Die Ortschaft Dufftown, Heimat von Glenfiddich, zählt gerade einmal 2000 Einwohner. Viele davon sind in der Whiskyproduktion beschäftigt - wie auch mehrere Generationen vor ihnen. So auch bei Glenfiddich. Mitarbeiter die bereits seit 20, 30 oder 40 Jahren stolz ihr Handwerk ausüben sind keine Seltenheit.

Vorgemacht hat es William Grant, der den Traum hatte, den „besten Whisky im Tal“ zu machen. Mit Hilfe seiner Familie machte er schließlich seinen Traum wahr. Im Sommer 1886 begann William, zusammen mit seinen sieben Söhnen und zwei Töchtern, sich seinen Lebenstraum zu erfüllen. Gemeinsam begannen sie mit dem Bau einer Brennerei - Stein für Stein. Nach einem Jahr harter Arbeit war es dann soweit und William nannte sie Glenfiddich, gälisch für „Tal der Hirsche“.

Der weltweit am meisten ausgezeichnete Single Malt Scotch Whisky wird bis heute in der Brennerei hergestellt, die noch immer in Familienbesitz ist und den innovativen Charakter seines Gründers durch fünf Generationen hinweg bewahren konnte.

Glenfiddich ist heute eine Weltmarke und die grüne dreieckige Flasche eine Ikone. Aber auch für viele andere Single Malt Destillerien wurde der Weg geebnet. Als Vorreiter war es Glenfiddich, die 1963 den ersten Single Malt Scotch außerhalb von Schottland vermarktet haben. Auch waren sie die ersten die 1969 ihre Tore für Besucher öffneten und es ermöglicht haben, die Destillerie zu besichtigen.

Die Glenfiddich Destillerie

Nach einem köstlichen Abendessen und ein, zwei Gläschen vor dem Kaminfeuer stand auch für uns am nächsten Morgen der Distillery Besuch am Programm. Idyllisch am River Fiddich gelegen, macht die Destillerie einen faszinierenden Eindruck. Traditionell, dennoch auf dem neuesten Stand, sehr gepflegt und für ihre Größe fast unscheinbar. Nach der Führung durch die Produktion und einige Lagerhäuser, wo wir uns unseren eigenen Glenfiddich aus einem Fass als Souvenier abfüllen durften, galt es sich zu stärken. Im hauseigenen Restaurant Maltbarn, das das ganze Jahr für Besucher offen steht, serviert man neben traditioneller schottischer Küche auch eine wahrlich große Auswahl an Glenfiddich Single Malt Scotch. Das älteste Dram liegt seit 1957 im Fass.

Gestärkt ging es am Nachmittag weiter, um die zum Unternehmen gehörende Fassbinderei zu besichtigen. William Grant & Sons ist einer der sehr wenigen Produzenten, der eine eigene Fassbinderei betreibt. 14 sogenannte „Cooper“ kümmern sich darum, dass der Nachschub an Fässern nicht zur Neige geht. Head Cooper Ian MacDonald zeigt uns sein Reich und die schier unendlich scheinenden Fässer, die es gilt instand zu setzen, damit diese mit frisch gebranntem Glenfiddich befüllt werden können.

Die frisch befüllten Fässer werden dann in eines der Lagerhäuser gebracht, die sich entlang des River Fiddich aufreihen. Dort beginnt ihre Jahrelange Reifezeit. Am Abend hatten wir Zeit, das Erlebte Revue passieren zu lassen und bereits den nächsten Besuch zu planen.

Die Heimreise und das Fazit

Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Österreich. Mit im Gepäck hatte ich sehr viele gewonnene Eindrücke, neue Erinnerungen und das Gefühl ein kleiner Teil der William Grant & Sons Familie geworden zu sein.

Ob man Whiskylieber ist oder nicht, kann ich jedem nur empfehlen Schottland zu besuchen, die Natur und Landschaft zu erkunden, die Menschen kennenzulernen und die Idyllische Ruhe zu Genießen.

Sláinte!

Hier kommst du zu unserer Auswahl an Glenfiddich Whiskys.

2 Kommentare

Tolle Geschichte. Ich finde Glenfiddich stellt seit Jahren extrem gute Whiskys her – mit gleichbleibender Qualität. Das ist mittlerweile ja schon selten geworden…

Sebastian P 28 Dezember, 2020

Ich hatte auch schon das Glück, die Glenfiddich Destillerie besuchen zu können. Sehr gut geschrieben, danke für die Einblicke

Markus 16 November, 2020

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